Zeitungsberichte rund um die Wartbergschule
1523 Bilder suchen bis Samstag einen Käufer@HN Stimme v. 09.12.2009
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1523 Bilder suchen bis Samstag einen Käufer
Heilbronn - So ziemlich alles am Kunstwirwerk ist einfach überwältigend. Die Anzahl der Teilnehmer, die Begeisterung, mit der gemalt wurde, die Atmosphäre vor Ort, der Umgang der großen und kleinen Künstler untereinander und schließlich das Ergebnis: die 1523 Bilder, die noch wenige Tage jeden Winkel der Alten Kinos an der Allee zieren.
Am kommenden Samstag, 12. Dezember, geht die bislang einmalige Aktion mit einer Versteigerung der Kunstwerke zu Ende, und alle Beteiligten hoffen auf ein ebenso überwältigendes Finale für das Erfolsereignis: die Volksbank, zu deren 100. Geburtstag Kunstwirwerk ins Leben gerufen wurde, die Bürgerstiftung, in deren Hände der Erlös gelangen wird, Peer Friedel als künstlerischer Schirmherr und Ideengeber, den die Aktion bis heute packt und der "ohne diese Bilder nicht mehr leben kann".
Noch während die Aktion lief, und Tag für Tag Dutzende neuer Bilder von Menschen jeden Alters die Kinowände füllten, wuchs der Wunsch nach einer Fortsetzung mit Langzeitwirkung. Für die Bürgerstiftung steht deshalb fest: "Mit dem Geld soll die musische Bildung in der Stadt vorangebracht werden", erklärt deren Vorstandsmitglied Otto Egerter. Nach Sprachförderung und Gewaltprävention will sich die Bürgerstiftung erstmals im künstlerisch-kreativen Bereich engagieren. Dass jedes Heilbronner Kind ein Musikinstrument lernt, ist eine Vision von Egerter. Für die konkretere Planung will man die Versteigerung abwarten: "Wir sind aber schon ein gutes Stück vorangekommen, Ziel und Wille sind da."
Echter Stilling Kinder von Computer wegholen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung bieten: Dieses Anliegen sieht Thomas Hinderberger, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, mit dem Kunstprojekt hervorragend umgesetzt. Ludwig Müller, Rektor der Heilbronner Wartbergschule, bestätigt gemeinsam mit zwei Schülerinnen und Lehrerinnen Sandra Börtschök die positive Wirkung für das Klassenklima.
Bankenchef Hinderberger setzt nun darauf, dass möglichst viele Heilbronner ein Bild ersteigern werden - um damit auch zu würdigen, was die einzelnen Künstler an Wert geschaffen haben. Sogar ein echter Gunther Stilling ist im Angebot.
Bis Samstag, 12. Dezember, sind alle 1523 Bilder im Alten Kino, Allee 16, täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Die Live-Versteigerung von 100 ausgelosten Bildern beginnt samstags um 12 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt können im Kino oder im Internet Gebote abgegeben werden (www.kunstwirwerk.de). Das Mindestgebot liegt bei zehn Euro.
Die Summe der aktuellen Spendengebote lag bei Redaktionsschluss bei 4600 Euro.
Heilbronn malt und malt und malt@HN Stimme v. 07.10.2009
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von Iris Baars-Werner
Kunstwirwerk - Heilbronn malt wie der Teufel. Vier Tage nach dem Start hat der Grafiker Peer Friedel über einhundert Bilder gezählt. Jede Stunde werden es mehr. Für das kollektive (oder der Volksbank angemessene: genossenschaftliche) Schwelgen in Acrylfarben und Motiven wurden die alten Kinos an der Allee zu einem Atelier auf Zeit umgestaltet. Am Eingang gibt es quadratische Leinwände und eine Schürze. Im großen ehemaligen Kinosaal warten 20 professionell ausgestattete Arbeitsplätze auf die Hobbykunstmaler. Mindestens 20: Als gestern die Malbegeisterten in Klassenstärke auftauchen, müssen weitere Tische platziert werden.
Hoch konzentriert wird gearbeitet, auch tags zuvor. Basira, Jaymie, Kadrye und Patrick von der Wartbergschule haben sich ins Abenteuer Malen gestürzt. Von der zwölfjährigen Kadrye stammt ein Herz mit herausgebrochenen Mosaiksteinen, Jaymie, 13, hat einen "Menschroboter" gemalt, die gleichaltrige Basira schwelgt in flächendeckendem Gelb. Patrick pinselt an einem Tornado auf dem Weg in die Stadt. In seinem Kopf spult sich derweil ein Lied von Xavier Naidoo ab: "Dieser Weg". Peer Friedel ist begeistert: "Ein tolles Bild". Patricks Sturm hat die Strommasten wie Streichhölzer umgeknickt.
Peer Friedel verfolgt die Malbegeisterung seiner Mitbürger bis in seine Träume. "Spätestens zum Wochenende müssen wir Leinwände nachordern", sieht er ein logistisches Problem "auf die deutsche Leinwandwirtschaft zukommen": Woher die Unterlagen nehmen, wenn die Aktion weiter Wellen schlägt? Noch mehr aber treibt Friedel die Frage um, wie er hunderte von Bildern (oder gar tausende?) zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen soll. Vor allem: wo es aufhängen? Seine Sätze begleitet ein Strahlen.
Viele kommen wieder voller Vorfreude sind auch Hedwig Hartmann und Renate Degener. Am vorletzten Tag der "KunstWirWerk"-Aktion, nach Arbeitsschluss, da werden die beiden Haßmersheimerinnen zu Pinsel und Farbe greifen. Obwohl Hedwig einschränkt: "Malen kann ich ja nicht wirklich, nur nach Zahlen" ein vorgegebenes Motiv ausfüllen. "Im Ausmalen, da sind wir groß", lacht Renate. Die zwei sind Schwestern - und Kolleginnen. Mehrmals am Tag sorgen die Reinigungsfrauen im Auftrag der Volksbank Heilbronn für Ordnung und Sauberkeit im Atelier auf Zeit. Das Malfieber hat sie schon beim Zuschauen gepackt. Wie viele andere auch, die nach dem ersten Reinschnuppern sagen: "Ich komm morgen wieder." Dann aber zum Malen.
Traumberuf Hauptschullehrerin@HN Stimme v. 05.10.2009
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von Gertrud Schubert
Heilbronn - Lehrerin? Wirklich? Olga Schiffmacher (31) erntet ungläubiges Staunen, kommt das Gespräch auf ihren Beruf. Sie entspricht so gar nicht den üblichen Klischees - oder der eigenen Erfahrung: Viele der heute 30-Jährigen hatten einfach immer nur ältere Lehrer. Wer denkt schon dran, dass sie auch mal jung waren?
Die junge Lehrerin kennt das. Als sie sich nach dem Abitur am Mönchseegymnasium Heilbronn für die Pädagogische Hochschule entschied, dachten auch viele, sie wechsle "in Feindesland". Heute lacht sie: "Ja, Schülerperspektive."
Das allgemeine Staunen indes verkehrt sich meist in Ver- und kurz darauf in Bewunderung, wenn Olga Schiffmacher erzählt, dass sie an der Hauptschule unterrichtet. Wieder überfallen sie, vor allem aber ihre Schüler härteste Vorurteile: Sind die nicht schrecklich undiszipliniert, aggressiv, wollen nichts wissen und so gar nichts lernen? Da sagt die Pädagogin gelassen: "Ich habe sie nicht so erlebt."
Mit wehenden Fahnen lief sie nach dem Studium vom Grundschul- ins Hauptschullager über. Und auch heute - "ich bin jetzt im fünften Schuljahr", sagt sie stolz - begegnen ihr an der Wartbergschule nette Kinder, "die geduldig mit mir sind und bereit, das zu lernen, was ich ihnen vorsetze". Beschönigt Olga Schiffmacher?
"Das Ergebnis nach 45 Minuten Matheunterricht darf nicht der Maßstab sein." Nicht die kleinen Schritte, das große Ganze, die Entwicklung der Kinder hellen den Alltag der Lehrerin auf. Von Klasse 7 bis 9 ist sie ihre Klassenlehrerin, 25 Schulstunden jede Woche mit ihren Schülern zusammen. Und in die zwei Stunden Theater-AG im Ganztagsschulangebot strömen auch ihre neue Siebener.
Da kennt man sich gegenseitig sehr genau. Und darauf kommt es an: auf die persönliche, authentische Beziehung zu jedem einzelnen Schüler. Nicht allein Leistung zählt. Mit Kreativität und Projekten kämpfen Olga Schiffmacher und ihre Kinder gegen die schlechte Stimmung an, die die Ausgrenzung in jedem einzelnen von ihnen verursacht. Ausgerechnet auf das schwierigste Alter - die pubertierenden Schüler - hat sich die Lehrerin gestürzt. "Ich habe einen hohen Anspruch" - an sich selbst und an die Schüler, die sie "weg vom Stoff, weg vom Bildungsplan" zum Schauspielern, Tanzen, Singen, Computern und Filmemachen bringt. "Die Lerninhalte sind da. Die Ziele erreichen wir. Nur der Weg ist unkonventioneller", sagt Schiffmacher und freut sich unbändig über kleine und große Erfolge.
Für ihr Projekt mit Schillers Handschuh-Ballade haben sie sogar einen Preis bekommen. Der Applaus, das öffentliche Lob, das Erlebnis, eben doch etwas zu können, das weckt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ihrer Schüler. In solches Gelingen ist Olga Schiffmacher verliebt. Deshalb ist Hauptschullehrerin ihr Traumberuf.
Schulen wappnen sich für Schweinegrippe@HN Stimme v. 10.09.2009
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Schulen wappnen sich für Schweinegrippe
Von Gertrud Schubert
Region - Umarmungen sind in Zukunft verpönt. Und gewöhnliche Stoffhandtücher werden aus den Schulen verbannt. Rechtzeitig zum Schulanfang am Montag erreicht jetzt die Schweinegrippediskussion die Klassenzimmer. Das Kultusministerium lässt an Lehrer, Eltern und Kinder Infoblätter austeilen, wie sie sich vor Ansteckung schützen können und was im Fall einer Erkrankung zu tun ist.
Regelmäßig Hände waschen mit Wasser und Seife empfiehlt das Kultusministerium großen und kleinen Leuten in der Schule als konsequente Vorbeugung. Doch wer macht das schon? In der Regel hängt neben dem Waschbecken im Klassenzimmer ein zunehmend nasses Handtuch, an dem ein jeder seine Hände abtrocknet. Einmal pro Woche wird es gegen ein frisches ausgetauscht. Papierhandtuchhalter sind - zumindest in den Klassenzimmern der 35 Heilbronner Schulen - meist Fehlanzeige. „Da fliegen sonst Papierkugeln durchs Klassenzimmer“, lehrt Thomas Czaszar vom städtischen Schulamt die Erfahrung. Die Lehrer sollten, so hat sein Amt die Devise ausgeben, bei Bedarf aus dem Pult Papierhandtücher austeilen.
Mit Seife? Seifenspender, die anstelle von Seifestücken benutzt werden sollten, gibt es in Heilbronner Klassenzimmer selten. Und wenn sie vorhanden sind, werden sie nicht gefüllt, berichtet Rektorin Doris Klotz von der Silcherschule. Zu verlockend ist es für die Kinder, mit der Flüssigseife rumzuschmieren. Auf den Schultoiletten sind, so sagt Thomas Czaszar, Seifenspender, Stoffhandtuchrollen oder Papierhandtuchhalter anzutreffen. Letztere sind jedoch häufig leer. Auch fehlt oft Klopapier. Es reizt Kinder, Grundschüler wie Gymnasiasten, immer wieder zu Experimenten. So eine Rolle passt wunderbar ins Abflussrohr. Nach der Schweinigelei samt Überschwemmung gibt es Ermahnungen und Papiersperre.
Keine Stoffhandtücher. „Ab Montag“, so hat Rektor Ludwig Müller von der Wartbergschule Heilbronn beschlossen, „wird es bei uns keine Stoffhandtücher mehr geben.“ Doris Klotz denkt auch als Erstes an die Handtücher: „Die waren schon immer ein Problem.“ Wie oft erlebt ihr Kollegium: „Wir stecken uns rundum immer wieder an.“ Die Stadt Heilbronn will über die Hausmeister den Hygienestandard beim Händewaschen erfassen und gegebenenfalls für Abhilfe sorgen, verspricht Thomas Czaszar. Dass jedes Kind ein (Gäste-) Handtuch mitbringt, hält Dr. Peter Liebert vom Städtischen Gesundheitsamt für wenig praktikabel. Wer hat ein Auge darauf, dass die Kinder ihr eigenes Handtuch benutzen und wo bewahren sie es auf, feucht im Ranzen?
Taschentuch. Ohne Sorge können, so der Amtsarzt, Papiertaschentücher in den offenen Papierkorb geworfen werden. Treteimer mit Deckel seien nicht nötig. Es komme allein darauf an, das Taschentuch nicht x-mal zu verwenden und das Virus nicht überall zu verteilen.
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