Wartbergschule Heilbronn

 

W B S

WerteBildungSoziales

1. Unsere Wartbergschule

Unterhalb des Heilbronner Wartbergs befindet sich unsere Schule, in der wir zu Hause sind. Wir sind 450 Schülerinnen und Schüler aus 30 verschiedenen Nationen sowie 38 Kolleginnen und Kollegen. In unserer Werkrealschule haben wir z.Z. einen Ausländeranteil von über 70 %. Der gesellschaftliche Wandel hat aber die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen insgesamt so verändert, dass die Familienstrukturen in ihrer Funktions- und Leistungsfähigkeit als primäre Sozialisationsinstanz zunehmend gemindert werden. Diese Minderung ist trotz aller Differenzierungen zunehmend klassen- und schichtenspezifisch und trifft tendenziell einen Großteil unserer Kinder und Jugendlichen. Wir an der Wartbergschule haben uns das Ziel gesetzt, gemeinsam mit unseren Kindern, Jugendlichen und deren Eltern, sowie dem „Umfeld“ eine Schule zu gestalten, die für alle Beteiligten gleichzeitig Lern- und Lebensort ist. Dazu benötigen wir die Form der offenen Ganztagesschule.

 

Zahlen und Fakten über die WBS als Download hier: WBS -Wir gehören zusammen

Bausteine WBS 

 

 

2. Die Grundschule
Was brauchen die Kinder, um entsprechend ihrer Lernausgangslage bestmöglich auf das spätere Leben vorbereitet zu werden?

• Stichwort „Sprachförderkonzeption" – bereits jetzt gibt es einzelne Fördermaßnahmen, die durch Mitarbeiter der AIM den Kindern in der GS zu Gute kommen. Eine Einbettung in ein Sprachförderkonzept ist zu entwickeln, damit Abstimmung und optimale Fördermöglichkeiten herzustellen.
• Stichwort „Diagnosekompetenz" – Ein gutes Sprachförderkonzept benötigt Diagnoseinstrumente (ELFE, Harwik, CFT...). Lehrerinnen der Eingangsstufe belegen qualifizierte Fortbildungen. Auch die Abstimmung mit allen Unterrichtenden der Klassen 1 und 2, wie auch in 3 und 4 muss strukturell verankert werden.
• Stichwort „Schulfähigkeit" - sie spielt eine bedeutsame Rolle, damit das Lernen und der Schulanfang gelingen. Die WBS hat im vergangenen Schuljahr hierzu eine Kooperationsvereinbarung zwischen Kindergärten und Schule erarbeitet. Konzeptionelle Überlegungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten helfen die Schuleingangsphase bestmöglich vorzubereiten. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule benötigt einer besonderen Vorbereitung und daher einer engen Verzahnung Kindergarten-Elternhaus-Schule. Gemeinsame Fortbildungen, Schnuppertage von Kiga-Kindern in der Schule, Info-Abend für Schulanfänger-Eltern unter Einbeziehung der Elternmultiplikatoren, sollen zum standardisierten Repertoire der WBS werden.
• Stichwort „Weiterführende Schulen" - Den Übergang zu begleiten nach der Klasse 4 auf die weiterführende Schule, ist eine weitere Herausforderung der GS. Individuelle Förderung des einzelnen Kindes, das Anknüpfen an der jeweiligen Lernausgangslage, steht hierbei im Mittelpunkt, wobei leitungsstarke Kinder gleichermaßen gefordert werden müssen wie leitungsschwächere Kinder gefördert. Die kontinuierliche Elterneinbeziehung sowie eine qualifizierte Beratung gehören dazu.
• Stichwort „Pädagogische Begleitung" von Anfang an. Alle Lehr-Lernaktivitäten basieren auf einer guten pädagogischen Arbeit. Die Hinwendung zum einzelnen Kind, alle Maßnahmen, die die Persönlichkeit stärken, Selbstvertrauen und Eigenhandeln befördern, sind gleichermaßen wichtig wie das soziale Lernen (z. B. „Benni-Projekt" durch die Schulsozialarbeit) und Gewaltprävention. Bildung und Erziehung sind Aufgabe jeder Schule. Werte zu vermitteln, für Integration zu sorgen (und Polarisierung entgegen zu wirken) soll die Schülerinnen und Schüler der WBS in Zukunft stärken und ihr Lernen und ihre Persönlichkeitsentwicklung anschlussfähig machen.
• Stichwort „Heilbronner Weg" - durch die GTB und das Engagement der Stadt HN wird eine zielgerichtete Entwicklung und Bildungsteilhabe des einzelnen Kindes befördert. Dieser gute Weg ist weiter zu verfolgen, ggf. durch (noch) verbindlichere Strukturen, engagierte und qualifizierte Mitarbeiter und den regelmäßigen Austausch durch Supervisions- und/oder Reflexionsrunden im Sinne einer Qualitätsentwicklung zu stärken. Die GTS nach dem Landesmodell Baden-Württemberg ist für die Grundschule der WBS erstrebenswert.

 

3. Die Werkrealschule

Die neue WRS bereitet die Schülerinnen und Schüler von Anfang an auf den Mittleren Bildungsabschluss vor.

• Stichwort „Neue Lernformen" - Das Anbahnen von reflexiver Kompetenz und das Ausprägen metakognitiver Kompetenzen sind gleichermaßen wichtig, wie alle Persönlichkeitsstärkenden Maßnahmen. Schüler müssen ins Denken kommen, das muss geübt, angebahnt werden, sie müssen Lernstrategien entwickeln und Lernerkenntnisse formulieren können. Gleichermaßen müssen sie als Person gestärkt werden durch Wertschätzung, Achtung, Toleranz und zum selbstständigen Denken und Handeln angeleitet werden.
Lernen im Fokus der Kompetenzorientierung beinhaltet das individuelle Fördern in der Schule durch Beobachten, Beschreiben, Bewerten und Beurteilen. Die Entwicklung einer reflexiven Lernkultur befördert das nachhaltige Lernen. Projektartiges Arbeiten, Demokratieerziehung und Präventionsarbeit sind ebenfalls wesentliche Eckpunkte im Schulcurriculum.

• Stichwort „Ermutigung" – Die Haltung der Lehrenden und gezielte Lernangebote geben Strukturhilfen und sind Motivation, vor allem für Jugendliche aus bildungsfernen Familien Psychosoziale und emotionale Faktoren beeinflussen die Lernfähigkeit der Jugendlichen gleichermaßen, wie die wirtschaftliche Situation der Herkunftsfamilie. Es ist nicht die Tatsache, dass Deutsch als Zweitsprache gelernt wird, sondern das soziale Milieu der Herkunftsfamilie, das den Bildungserfolg bestimmt.

• Stichwort „Netzwerke und Kooperationspartner sowie Berufswegeplanung" - Für die Lernenden der WBS ist vor allem ein Netzwerk an Beratungs- und Hilfeeinrichtungen relevant. ASD, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, AIM und ein fundiertes Konzept für die Berufswegeplanung, sollen die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen befördern. Chancengleichheit und Bildungsteilhabe für besonders benachteiligte Jugendliche erfordert ein besonderes Augenmerk und benötigt besondere Hilfen und Kooperationen (LIONS; LoLa, Berufseinstiegsbegleiter, Lernpaten ...). Vielfältige Kooperationen, aber auch die Optimierung der Angebote innerhalb der GTB/FZG (Jugendbegleiter neu zu rekrutieren, sinnstiftende Angebote auszuweiten) sind wichtig. Je mehr verbindliche Strukturen und engagierte Menschen einer Konzeption folgen, desto stärker die Orientierung für die Lernenden.

• Stichwort „Diagnoseinstrumente der WRS" – durch Online-Diagnose ab Klasse 5, AC-Kompetenzanalyse in Klasse 7, Projekte und Wahl der Fächerverbünde ab Klasse 8, sowie zuletzt der neuen Wahlmöglichkeiten HAP/WRS-Abschluss, sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zur Selbstständigkeit begleitet werden. Im Schuljahr 2012/13 hat die WBS erstmals eine 10. Klasse eingerichtet. Schülerinnen und Schüler können so entweder das Modell 9 + 1 (Hauptschulabschlussprüfung) bzw. die Werkrealschulprüfung nach Klasse 10 anstreben.

• Stichwort Vorbereitungsklasse-Die Nachfrage an VKL-Schülern ist enorm und wird voraussichtlich künftig weiter benötigt: Sprache ist der Schlüssel für eine gute Integration und die Voraussetzung für schulischen Erfolg und damit Bildungsteilhabe.

Soziales Lernen / Prävention / Training von prosozialem Verhalten.
Hierzu wurden bereits in der Vergangenheit viele Aktivitäten und Projekte durchgeführt (z. B. LIONS-QUEST). An diesen bewährten Projekten soll festgehalten werden. Gleichzeitig wollen wir uns enger aufeinander abstimmen („verzahnen"). Im Zeitalter der „Vernetzung" ist ein aufeinander aufgebautes Handeln besonders wichtig. Ohne classroom-management geht es nicht: Klassenrat, Feedback-Kultur, Anbahnen von reflexiver Kompetenz sind hier wesentlich zu nennen.
Das soziale Lernen, die Stärkung der personalen und sozialen Kompetenz bei Grund- und Werkrealschülern, sämtliche Präventionsmaßnahmen und die t ä g l i c h e Erziehungs- bzw. Beziehungsarbeit sind als Basis für alle aufbauenden Lehr-Lern-Aktivitäten anzusehen. Dieser pädagogischen „Sysphos"-Arbeit gilt es sich mit heiterer Gelassenheit jeden Tag neu zu stellen. Unsere Schulsozialarbeiterinnen unterstützen hierbei wesentlich.

 

4. Pädagogisches Konzept


Die Schule am Wartberg versteht sich in ihrer ganztägigen Konzeption als sogenannte „Ganztagsschule im offenen Modell“. Gemeint ist damit, dass wesentliche Teile des Ganztagsprogramms zwar in Angebotsform angelegt sind, dass aber auch gewisse Teile von Unterricht und anderen Unternehmungen obligatorische Bestandteile der Stundenpläne sind.
Obligatorischer Bereich
+ Klassenrat in Kl. 5-9
+ teilobligatorische Fördermaßnahmen durch Pädagogische Assistenten
+ Lernzeiten im Stundenplan fest verankert
+ Lernwerkstätten
Der Bereich der offenen Freizeit umfasst das Bistro (Spiel- und Freizeitbereich nach der Mittagsverpflegung), die Räumlichkeiten im unteren Bereich MuFu (Spiel- Sport- Freizeitbereich, Disko), den Sportplatz, die Turnhalle, den Computerraum und den Grundschulhof (Ruhezone) sowie die Räume der Schulsozialarbeit. „Sozialarbeit/Gemeinschaftsbildung“, „Kulturell- musische Angebote“ sowie „Freizeitpädagogik“ sind Leitthemen des Freizeit- und Projektangebotes.


Mögliche Angebote durch die Schule:

Tanz

Theater

Schwarzlicht

Schulchor

Altenheim

Lerne deine Heimat kennen /Wandern

Schulhausgestaltung

Cheerleader

Sport- Aerobic, Fitness, Spiele

Fußball

Schach

Städtetouren

Schülerfirma

Mögliche Angebote durch Partner außerhalb:

Judoklub

Schachklub Heilbronn

Augärtle

Wartbergkirche

Lions Heilbronn Wartberg

Förderverein Wartbergschule

Gewaltprävention

Suchtprävention

 

5. Projekte


- Lions-Paten

- „Rhapsody in School“

- "Astrid Lindgren"

- Film "Nik+Aylin"

- "Der Handschuh - Eine Schillerballade für HauptschülerInnen?!"

- Zirkuswoche in der GS

- "Romeo trifft Julia"

- Kunst begegnet Schule, Schule begegnet Kunst

- Schulgarten und Schulhof werden gestaltet

- Wir gestalten unsere GTS selbst (Schulhaus, Möbel, Räume, etc.)

- Schule öffnet sich – Schule kommt

- Elternwerkstatt

- Musical "WartbergKidz"

- "Dasein. Heilbronn" in Kooperation mit dem WKO HN

- "Koi G'walt" (fianziert durch die Bürgerstiftung HN)

 

6. Ziel in den nächsten Jahren

Das streben wir an:

WBS quo vadis – Werte – Bildung – Soziales

  • Inklusive Bildung & Beziehungsgestaltung „Nicht Vielwissen sättigt die Seele“Prof. Mittelstraß, Universität Konstanz
  • Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche als zentrales Anliegen
  • Lernchancen ermöglichen durch neue Lernkultur, die unterstützt und begleitet
  • Selbstwirksamkeit erfahren können – mit ressourcenorientiertem Blick die Kinder und Jugendlichen stärken
  • „Schule neu denken“ – in Vorbereitung auf GTS, GMS oder Stadtteilschule Zwei-Säulen-Modell in Kooperation mit einer RS der Nordstadt oder Partner-Schulen

Das wünschen wir uns:

Dialog mit Eltern und weiteren Kooperationspartnern, um Bildung und Teilhabe zu ermöglichen

Unterstützung durch Fortbildung:

  • z.B. im Hinblick auf den neuen Bildungsplan 2016 – Arbeit mit Kompetenzraster der Sekundarstufe I
  • z.B. im Hinblick auf unterschiedliche Lerner und Teambildung – wie kann Inklusion in der Schule gelingen?
  • z.B. im Hinblick auf Förderung von Motivation und Leistungsbereitschaft sowie personalisiertes Lernen, damit die WBS zukunftsfähig bleibt

vgl. Erkenntnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften, Prof. Dr. Roth, Universität Bremen

 

 

Stand 2013


gez. Hetzinger, Rektorin